Sammlung Grafik von Herbert Benedikt steht zum Verkauf

3 März, 2010 | Grafik

Aus dem Nachlass eines Künstlerkollegens Herbert Benedikts steht eine Sammlung grafischer Arbeiten des Künstlers jetzt zum Verkauf.
Alle Blätter, darunter mehrere großformatige, kollorierte Federzeichnungen stammen aus den Jahren 1959 bis 1962 und gehören in das frühe Werk Benedikts, das kurz nach seiner Übersiedlung nach Westfalen entstand.
Hier die Abbildungen der Blätter, die bei Interesse gerne im Original vorgelegt werden.
Informationen dazu hier und einen Überblick über die Arbeiten ist hier:

Veranstaltung zu Ehren Herbert Benedikts in Neubeckum

25 Februar, 2010 | Allgemein

Der Heimatverein Neubeckum hat am Montag, den 22.2.2010 im Saal der Gaststätte Igelsbusch in Neubeckum eine Vortragsveranstaltung zum Thema:

“Herbert Benedikt, ein Maler des phantastischen Realismus, den die Liebe von Wien nach Neubeckum zog” veranstaltet.

Die Witwe des Malers Lieselotte Benedikt trug vor gut 80 Zuhörerinnen und Zuhörern die Entstehungsgeschichte vieler Bilder ihres Mannes vor. Anhand von Lichtbildern erklärte sie die Motivation Benedikts zur Verwendung von Motiven wie der Muscheln, Flügel oder der venezianischen Palazzos vor.

Unter den Zuhörern waren viele Benediktsammler, die sich gerne über das Werk des 1987 gestorbenen Malers unterhielten und so gemeinsam mit den Abbildungen und den Erklärungen Lieselotte Benedikts einen spannenden Abend verbrachten.

Reinhold Dreier vom Heimatverein Neubeckum dankte Frau Benedikt für ihre Ausführungen und den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die rege Diskussion und wünschte sich, dass das Werk Herbert Benedikts weiterhin viele Freunde und Freundinnen gewinnen würde.

Im Laufe der Veranstaltung wurde bekannt, dass ein Konvolut Zeichnungen von Benedikt aus dem Nachlass eines Künstlerkollegen aus Neubeckum zum Verkauf steht. Bei Interesse wird gerne der Kontakt vermittelt.

Die Reise im Traum – Ölgemälde von Herbert Benedikt

10 November, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde “Die Reise im Traum”, 1987, 30×27 cm, Öl auf Kasein. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es befindet sich in Privatbesitz.

Reise-im-Traum-Benedikt
Herbert Benedikt, Die Reise im Traum, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

Herbert Benedikt liebte Italien und hielt sich, wann immer es möglich war dort auf. Venedig war einer der Lieblingsplätze des Malers und seiner Frau. In der Vorfreude auf eine weitere Reise in die Lagunenstadt entstand das Bild. Für Herbert Benedikt wurde es der letzte Aufenthalt in Venedig, da er im selben Jahr verstarb. Das Gemälde befindet sich wie mehrere Arbeiten des Malers auf der Burg Bernstein in Österreich.

Das Bild zeigt einen scheinbar typischen Ausschnitt Venedigs. Ein Renaissancepalazzo ist rechts am Bildrand dargestellt. Er öffnet sich zum Canale Grande und lässt links eine kleine Gondelanlegestelle erkennen. Dort ist ein einzelner Gondoliere auf seinem Boot zu erkennen.

Im Hintergrund ist die Kirche St. Giorgio mit seinem Kampanile zu erkennen. Über der gesamten Szenerie ist eine einzelne Schwinge eines Vogels (oder eines Engels?) zu erkennen.

Die Traumsituation wird durch die Schwinge angedeutet und durch das fast unwirklich Ruhige der Szenerie der meist belebten Lagunenstadt. Der Vordergrund setzt unvermittelt ein und leitet sofort in das Blau des Lagunenwassers über.

Mia piccola casa in Rassano Grappa – Ölgemälde von Herbert Benedikt

22 August, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde “Mia piccola casa in Rassano Grappa”, ohne Jahresangabe, 26×34 cm, Öl. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es befindet sich in Privatbesitz.

Herbert Benedikt liebte Italien und hielt sich wann immer es möglich war dort auf. Venedig war einer der Lieblingsplätze des Malers und seiner Frau, aber auch die vielen historischen Stätten mit wunderbaren Antiken- oder Renaissancegebäuden, die das Ehepaar gerne und oft besuchte. Vielleicht eine der schönsten Hommagen an diese Lieblingsgegenden ist das kleine Ölgemälde “Mia piccola casa in Rassano Grappa”, das als Reflex einer dieser Reisen entstand. Eine Villa im Stile Andrea Palladios, der bekannten Villa Rotonda nicht unähnlich steht in einer typischen italienischen Landschaft vor einem Rosenfeld.

Herbert Benedikt, Mia piccola casa in Rassano, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
Herbert Benedikt, Mia piccola casa in Rassano, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

Es sind keine Menschen zu sehen und auch sonst ist die Architektur mit der umgebenden Natur im Einklang. Auch der Himmel zeigt nur kleine weisse Wolkenbänder, so dass sich auch beim Betrachter eine friedvolle und erhabene Stimmung einstellt.

Die Villa ist genau frontal auf den Betrachter hin ausgerichtet, man sieht den schönen geschwungenen Giebel mit den Voluten an den Seiten und dem dreieckigen Tympanonfeld als Abschluss.
Sechs Säulen tragen den vermutlich vorkragenden Giebel und lassen die Form des Hauses, bei Palladio dann in der Mitte einen runden Zentralraum unter einer Kuppel, offen.
Das Bild ist mit den Säulenportikus und den Kaminabzügen, je zwei an jeder Seite wunderbar symmetrisch ausgerichtet. Benedikt wäre aber nicht Benedikt, wenn er nicht eine klitzekleine Abwandlung in der Symmetrie angelegt hätte.
Die zu beiden Seiten der Villa gemalten Zypressen sind auf der vom Betrachter linken Seite parallel und paarig angelegt, auf der anderen rechten Seite aber als Dreiergruppe mit einer zwei zu eins Aufteilung gestaltet.
Diese Dreiergruppen die hier mehr sekundären Charakter haben, sind im Werk Benedikts immer wieder zu finden. U.a. auch im Gemälde Venedig 3 aus dem Jahre 1983, das in derselben Sammlung zu Hause ist. Dort sind es drei Fische die einmal zu zweit dicht zusammen liegen, so wie hier die Zypressen dicht zusammen stehen und dort der dritte Fische etwas abgerückt und kleiner, so wie hier die dritte Zypresse etwas versetzt weiter nach rechts und ebenfalls kleiner.
Als autobiografische Zugabe, die sich auf eine Familiensituation des Malers bezieht, sind die Dreiergruppen wenig tauglich, eher als Symbol der Trinität oder als Variation der heiligen Zahl Drei. Das Rosenbett vor der Villa reicht bis hart an die Bildvorderkante und könnte fast als Trompe l’oeil angelegt sein, wenn der schwarze Rahmen nicht eindeutig das Bild begrenzen würde. Jede Rosenblüte ist individuell und anders gemalt. Die Richtungen variieren stark, so dass die Begeisterung des Malers in diesen schwer zu malenden Details für sein Motiv deutlich wird.
Tiefe Begeisterung für die Originale in der Natur setzen sich in dieser Hommage an die Renaissance in Italien fort.

Venedig Nr. 3 Ölgemälde von Herbert Benedikt von 1983

15 August, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde Venedig Nr. 3, wurde 1983 gemalt. Es ist 23×28 cm groß und in Öl auf Leinwand gemalt. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es befindet sich in Privatbesitz.

Venedig immer wieder Venedig, könnte man bei dem malerischen Werk von Herbert Benedikt anmerken. Ihn und seine Frau zog es zeitlebens immer wieder in die Lagunenstadt. Daher entstanden vielfältige Motive die venezianische Paläste, Plätze und Kirchen zeigen. Das kleinformatige Bild öffnet den Blick auf einen Palazzovorplatz, der in einer Art Schachbrettmuster perspektivisch ausgeführt ist. Für den Betrachter ist der linke Rand des Bildes mit der Fassade des Palazzos abgeschlossen. Genauso wie das Muster des gemalten Bodens ist die Facade des Renaissancegebäudes perspektivisch angelegt.

Venedig Nr. 3 Herbert Benedikt von 1983 WVZ 0003-1

Venedig Nr. 3 Herbert Benedikt von 1983 WVZ 0003-1

Auf dem Platz liegen drei unproportional groß gemalte Räucherfische. Die Fische liegen mit dem Kopf nach links gerichtet und schauen scheinbar den Betrachter an. Einer der drei ist etwas kleiner in den Hintergrund gerückt und liegt mit dem Kopf auf Höhe des Palazzoeingangs. Die beiden anderen größeren Fische liegen etwas weiter im Vordergrund dicht aneinander gelehnt.

Das Bild ist fast mittig quer geteilt, so dass der Palazzo links mit seinem Vorplatz vorne ab der Mitte des Bildes in eine unbewegte hellblaue Wasserfläche überführt. Das Wasser wird genau mittig in der Horizontlinie von der Silhouette der venezianischen Insel La Giudecca mit der Kirche Il Redentore abgeschlossen. Die langgestreckte Insel erscheint in Benedikts Gemälde etwas verkürzt und lässt so an den Seiten noch Platz für eine über die Insel hinausweisende Wasser und Horizontlinie.

Den Abschluss des Bildes schafft im oberen Teil ein mit hellen langestreckten Wolken bestückter Himmelsausschnitt. Die beherrschenden Farben des Bildes sind Blautöne, die sich überall in dem Bild wiederfinden. Sie kontrastieren mit dem leichten Rot der Ziegeldächer der Insel und des Campanile sowie dem goldfarbenen Ton der geräucherten Fische.

Eine Zwischenebene hat der Maler durch einen einzelnen weiss-blau gemalten Vogelflügel eingezogen, der hinter der Eckkante des Palazzos ansetzt und sich quer in das Bild leicht vor den Campanile von Il Redentore scheibt, ohne ihn ganz zu verdecken. Als Schwingen der Sehnsucht zu dem geliebten Ort, der am schönsten in seiner Würde und seinem Alter ohne Menschen den Künstler fasziniert hat, kann dieses malerische Element gedeutet werden.

Das Element des Windes und der Luft kontrastiert stark mit den goldenen Fischleibern. Eigentlich sind sie in der Lagunenstadt zu Hause. Haben aber durch ihren Tod und der Bereitung ihrer Körper zu Lebensmitteln den Zusammenhang zum Wasser verloren. Sie liegen wie sonst Touristen stehend auf der Piazza und scheinen die Faszination der Umgebung durch ihre toten Augen nicht wahrnehmen zu können. Der kleine Fisch scheint sich von der Gruppe zu lösen und sich hin zum Palazzo bewegen zu wollen. Auch hier der falsche Lebensraum des Wesens.

Am Sehnsuchtsort falsch oder deplatziert zu sein, weil das Leben zu Veränderungen geführt hat, schwingt in den Motiven Herbert Benedikts in dem Gemälde Venedig No. 3 mit. Nur die Insel Giudecca ist fern und erhaben und lässt sich nicht durch die falschen oder falsch behandelten Bewohner oder Gäste stören.

Eine ähnliche Motivstellung und Gruppierung hat Benedikt noch mal im Bild “Zukunft – sie ist schon vorbei II” von 1987  angelegt, das sich im Besitz der Museum Abtei Liesborn befindet.

Lehrschwimmbecken Stromberg mit Mosaik von Herbert Benedikt

15 August, 2009 | Kunst am Bau

Das Lehrschwimmbecken der Karl-Wagenfeld-Schule in Oelde-Stromberg, wurde von Herbert Benedikt Anfang der 70er Jahre mit einem Wandmosaik ausgestattet. Die Mosaiksteine sind in diesem Falle allerdings farbige Wandkacheln, die in ihrem klassischen querrechteckigen Format, den Künstler in der freien Gestaltung mehr einengten, als das bei den Mosaikarbeiten z.B. dem Heiligen Florian in Neubeckum der Fall gewesen war.

Wandgestaltung als Kachelmosaik, ca 1970 von Herbert Benedikt

Wandgestaltung als Kachelmosaik, ca 1970 von Herbert Benedikt

Die längsrechteckige Form des Schwimmbades setzt sich auch in der zur Verfügung stehenden Wand weiter fort.

Benedikt setzte in der Wandgestaltung eine Binnengliederung mit dunklen Kacheln, nicht unähnlich dem klassischen Holzfachwerk der Umgebung, ein Raster auf die Wand.

Das Raster ist so angelegt, dass unterschiedlich große Fenster entstehen. Die so entstandenen Fenster füllte er mit Formen, die Assoziationen an Wasser nahelegen.

Klassische Wellen werden durch rhythmisch gesetzte Kacheln und durch die blau-weiss Wechsel angedeutet. Aber auch die Sonne als Assoziation von Sommer und Meer oder einem Sonnenuntergang sind zu entdecken. Auch grüne Fenster, die die Wiesen der Umgebung spiegeln oder das Grün, das ohne Wasser nicht leben kann finden sich in den Farbflächen wieder.

Die Flächen werden durch notwendige Durchbrüche für Türen, den Bademeister, Stauräume u.ä. immer wieder gestört. Diese Flächen werden an den Kanten zu den Türen weiter farbig fortgesetzt, so dass die Unterbrechung möglichst harmonisch nach hinten weiter verläuft.

Das Beckendach und die eigentlichen Schwimmbereiche sind mit hellem Material, bzw. hellen Kacheln einheitlich gestaltet, so dass der Blick des Schwimmers oder des Betrachters durch die an zwei Seiten angebrachten großen Fenster immer auf Benedikts Wandgestaltung gelenkt wird. Wasser in all seinen Facetten ist hier künstlerisch umgesetzt und kommentiert worden.

Bis heute ist der Wandzustand noch Original erhalten.

Kreis Beckum als Übersichtskarte auf der Aulatür der Roncallischule Neubeckum

14 August, 2009 | Kunst am Bau

Herbert Benedikt hat bei seinen Kunst-am-Bau-Projekten auch auf ungewöhnlichen Materialien gearbeitet. In der ehemaligen Kettelerschule in Neubeckum, die nach der kommunalen Neugliederung in Roncallischule umbenannt wurde, schuf Benedikt auf Eternit eine schematische Ansicht des ehemaligen Landkreises Beckum.

Kreiskarte auf der Aulatür in Neubeckum ca. 1965

Kreiskarte auf der Aulatür in Neubeckum ca. 1965

Mit Autobahn und Eisenbahnstrecken wurden bekannte und überregionale Baudenkmäler von Benedikt in die Karte als Orientierungspunkte gemalt. Die Fläche dazwischen, die Bachläufe und Hauptverkehrstrassen wurden ebenfalls typisch schematisiert, aber erkennbar bis heute, gestaltet.

Dadurch  und durch die unregelmässige Form des Malgrundes, der ebenfalls dem Kreisgrenzenverlauf angepasst ist, wird das Ausschnitthafte des Kartenausschnitts deutlich. Überall geht es weiter, wie wird aber nicht erzählt, sondern durch das Grau der Türblätter, auf der die Karte angebracht ist, konstrastiert.

Auch die Grundfarbe der Karte von Herbert Benedikt ist grau, aber ein dunkleres grau, so dass sich die Farben der Schlösser, Kirchen, Herrenhäuser und kulturellen Gebäude besonders gut abheben.

Die einfache und doch umfassende Darstellung des ehemaligen Beckumer Kreisgebietes, das im Kreis Warendorf aufgegangen ist, wird so für jung und alt deutlich. Damit markiert Benedikt auch die Ausrichtung in einer Grundschule und unterstreicht so auch die optische Aneignung der regionalen Umgebung und Heimat der Kinder durch die Bildung, die die Kinder in der Schule erhalten. Und auch für Erwachsene ist die Darstellung des Kreisgebietes reizvoll, da hier auf einfache Art und Weise, wichtiges vorgestellt und Entfernungen relativ dargestellt werden.

Bis heute ist die Karte in einem guten Zustand auf der originalen Trägerfläche der Aulatüren der heutigen Roncallischule in Neubeckum zu sehen. Die Arbeit ist nicht signiert.

Treppenhausfenster in der Roncallischule Neubeckum

12 August, 2009 | Kunst am Bau

Herbert Benedikt hat die ehemalige Kettelerschule heute Roncallischule in Neubeckum auch mit einem Glasfenster im Treppenhaus ausgestattet.

Das sechs Meter hohe und ca. 4 Meter breite Fenster ist in Bleiglastechnik mit verschiedenfarbigen Glasscheiben von Benedikt entworfen worden.

Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster außen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster außen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster innen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster innen

Das 21teilige Fenster ist als abstrakte Farbschichtung mit einzelnen flächigen Bezügen bis heute an seiner ursprünglichen Stelle erhalten.

Zwei Segmente im oberen Bereich des Fensters lassen sich nach innen öffnen.
Den Farbzauber und das scheinbare Wogen der Glasflächen wird bei dem Blick von Innen nach Außen, vom Dunklen ins Helle deutlich.
Dabei werden auch die vom Künstler geplanten längeren Abschnitte von hellem Glas deutlich, die wie Hinweise oder breite Linien immer nach oben deuten. Dadurch bekommt der Aufstieg im Treppenhaus auch einen Hinweis als Aufstieg ins Licht. Ähnlich wie die Kinder in der Schule durch Bildung immer mehr Erkenntnisse sammeln können.
Die unregelmässige Farbigkeit und die Formenvielfalt lassen ebenfalls die Assoziation zu, dass jedes Stück einzeln und eigen ist und doch zusammen etwas großes schafft und Teil des Ganzen ist. Und wenn einer mit seiner Form fehlt, ist die gesamte Arbeit lückenhaft, läuft Gefahr zerstört zu werden.
Das Fenster wird so zu einem unausgesprochenen Plädoyer für die Einzigartigkeit jedes in der Schule beschulten Kindes und jedes Pädagogen. Das Fenster entstand in der Erbauungszeit des Schulgebäudes und ist nicht signiert.
Der Entwurf des Fensters von 1963 ist in dem Buch Lieselotte Benedikt: Mein Leben mit dem Maler Herbert Benedikt, Neubeckum 2003 auf S. 53 abgebildet.

Mosaik Heiliger Florian an der Feuerwache in Neubeckum

11 August, 2009 | Kunst am Bau

Herbert Benedikt hat während seines Kunststudiums in Wien bei der Kunstkeramikwerkstatt Höllerer gearbeitet und so Kenntnisse in der Verarbeitung von Mosaik gesammelt. Dieses Knowhow führte dazu, dass Benedikt in den 60 und 70er Jahren mehrere Aufträge für Mosaikdarstellungen an öffentlichen Gebäuden erhielt.

Hl. Florian, ca 1968-69, Feuerwehrhaus Neubeckum

Hl. Florian, ca 1968-69, Feuerwehrhaus Neubeckum

Der Heilige Florian an der Feuerwache in Neubeckum ist aus mehrfarbigen Mosaiksteinen gefertigt. Die Figur des Heiligen ist überlebensgroß und in Kleidung und Kopfbedeckung einem römischen Legionär nachempfunden. Damit steht Herbert Benedikts Darstellung in der ikonografischen Tradition, die Florian als römischen Legionär z.T. mit Fahne, Wasserkübel, manchmal mit Mühlstein am Hals zeigt.

In Neubeckum steht der Heilige inmitten eines Häuserkreises. Die Häuser sind miniaturartig angelegt und reichen nur bis zu seinen Stiefeln. So wird seine überlebensgroße aber auch unfassbare Erscheinung unterstrichen.

Der Idee, dass ein Hausbrand oft “von Geisterhand” “aus dem Nichts” entsteht, hat Herbert Benedikt hier Rechnung getragen.

Die drei Häuser umgeben kreisförmig angeordnet den Fussbereich des Heiligen. Ein viertes Haus steht vor dem Heiligen, quasi zwischen dessen Beinen. Aus dem Dach und den Fenstern lodern züngelnde Flammen. Der Heilige steht hinter dem Haus und beschützt durch seine Position die dahinterliegen Häuser gleich mit. Der Brand des Hauses wird durch den Heiligen gelöscht, in dem der “Riese”, einen im Vergleich zu den umgebenden Häusern, riesigen Wassereimer, den er in Händen hält über dem Haus ausschüttet.

Benedikt hat genau den Moment des Schüttens dargestellt, in dem der Brand aus dem Haus noch auflodert und noch nicht gelöscht ist, wie es in der Handlung weiter angedeutet ist.

Der Eimer den der Riese in den Händen hält, ist einem Saunaaufgussbottich nicht unähnlich und unterstreicht durch seine einhenkelige Art die archaische Figur des Heiligen Florian und gehört in die ikonografische Tradition.

Die Arbeit ist 3 Meter hoch und an der breitesten Stelle 1,20 Meter breit und wurde durch die Initialen H B unter dem rechten Fuss des Heiligen von Herbert Benedikt signiert.

Brunnen der Wahrheit

26 Juni, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde “Brunnen der Wahrheit” wurde von Herbert Benedikt 1986 gemalt. Die Signatur befindet sich links unten im Bild. Das Bild hat die Masse von 50 x 60 cm und ist in Öl/Kasein auf Holz gemalt. Das Bild ist ein Stillleben und zeigt zwei Elemente, die aufeinander bezogen und durch eine gemeinsame Basis verbunden sind.

Ölgemälde Brunnen der Wahrheit, 1986, WVZ 0021/09, Privatbesitz
Ölgemälde Brunnen der Wahrheit, 1986, WVZ 0021/09, Privatbesitz

Das als Querformat gearbeitete Bild zeigt in der linken Hälfte des Bildes in naturalistischer Malweise den berühmten Römischen “Mund der Wahrheit” Bocca della verita, der in der Vorhalle der romanischen Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom zu finden ist. Das Original ist ein aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammendes Marmorrelief mit dem Kopf des Flussgottes Triton. Der Legende nach verspeist der Mund der Wahrheit die Hände von Lügnern.  Das Relief ist von Benedikt auf ein antikes Kapitell gestellt worden, das als Spolie abgearbeitet und ohne weitere Säulenreste das Relief trägt.

Diese Anordnung steht auf einem schwarzen Marmorsockel, der gleichmässig als Rechteck gestaltet, die  die Assoziation, durch die umlaufend gemalte schwarze Rille, eines Sarkophages aufkommen lässt.
Rechts neben dem Marmorrelief steht gleich hoch gearbeitet ein Vogelkopf im Profil. Der Vogel schaut in Richtung des Reliefs und sein roter Schnabel schneidet minimal das Relief. Der Kopf steht ohne Körper direkt auf dem Marmorsockel.
Benedikt malte zwei Mal den Bocca della verita. Das zweite Bild trägt den Titel “Mund der Wahrheit” WVZ-0037-1  von 1980 und befindet sich in Privatbesitz.
Beide Bilder entstanden als Reflexe auf Romreisen des Künstlers. Benedikt hat sich häufiger als Vogelkopf in seine Bilder hineingeholt. Der Vogel schaut zum Wahrheitsorakel. Der Blick scheint ein inneres Resumee zu ziehen. Die häufigen Selbstzweifel des Malers können hierzu ein Hintergrund bilden. Der Vogel ist aber gar nicht in der Lage eine Hand in den Mund zu legen, um so seine Wahrheit zu beweisen.
Daher bleibt die surreale Szenerie des Bildes offen. Vogel und Relief stehen auf einem Sarkophag, der Endlichkeit aber auch Ruhm bedeuten kann. Dass das Marmorrelief noch einen Erhöhung durch das reich dekorierte Kapitell erfährt, zeigt die legendäre Kraft und die Entrückheit des Kunstwerkes gegenüber des lebendigen und reich gefiederten Vogelkopfes. Leben und Tod, Legende und aktives Leben, Wahrheit und Zweifel sind so im Bild in Kontrasten durch die Motive einander gegenüber gestellt.
Das Bild ist nach Fertigstellung in den Besitz eines Verwandten des Künstlers übergegangen, der gegenüber dem Künstler beklagte, dass er bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Bild von ihm hätte kaufen können. Das Motiv wurde offen gelassen und Benedikt lieferte das Bild nach einer Romreise zur Zufriedenheit des Verwandten. Bis heute befindet sich das Bild in Privatbesitz, wird aber aktuell zum Kauf angeboten.
Bei Interesse kann der Kontakt gerne vermittelt werden.