Das Ölgemälde “Mia piccola casa in Rassano Grappa”, ohne Jahresangabe, 26×34 cm, Öl. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es befindet sich in Privatbesitz.
Herbert Benedikt liebte Italien und hielt sich wann immer es möglich war dort auf. Venedig war einer der Lieblingsplätze des Malers und seiner Frau, aber auch die vielen historischen Stätten mit wunderbaren Antiken- oder Renaissancegebäuden, die das Ehepaar gerne und oft besuchte. Vielleicht eine der schönsten Hommagen an diese Lieblingsgegenden ist das kleine Ölgemälde “Mia piccola casa in Rassano Grappa”, das als Reflex einer dieser Reisen entstand. Eine Villa im Stile Andrea Palladios, der bekannten Villa Rotonda nicht unähnlich steht in einer typischen italienischen Landschaft vor einem Rosenfeld.

- Herbert Benedikt, Mia piccola casa in Rassano, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
Es sind keine Menschen zu sehen und auch sonst ist die Architektur mit der umgebenden Natur im Einklang. Auch der Himmel zeigt nur kleine weisse Wolkenbänder, so dass sich auch beim Betrachter eine friedvolle und erhabene Stimmung einstellt.
Die Villa ist genau frontal auf den Betrachter hin ausgerichtet, man sieht den schönen geschwungenen Giebel mit den Voluten an den Seiten und dem dreieckigen Tympanonfeld als Abschluss.
Sechs Säulen tragen den vermutlich vorkragenden Giebel und lassen die Form des Hauses, bei Palladio dann in der Mitte einen runden Zentralraum unter einer Kuppel, offen.
Das Bild ist mit den Säulenportikus und den Kaminabzügen, je zwei an jeder Seite wunderbar symmetrisch ausgerichtet. Benedikt wäre aber nicht Benedikt, wenn er nicht eine klitzekleine Abwandlung in der Symmetrie angelegt hätte.
Die zu beiden Seiten der Villa gemalten Zypressen sind auf der vom Betrachter linken Seite parallel und paarig angelegt, auf der anderen rechten Seite aber als Dreiergruppe mit einer zwei zu eins Aufteilung gestaltet.
Diese Dreiergruppen die hier mehr sekundären Charakter haben, sind im Werk Benedikts immer wieder zu finden. U.a. auch im Gemälde
Venedig 3 aus dem Jahre 1983, das in derselben Sammlung zu Hause ist. Dort sind es drei Fische die einmal zu zweit dicht zusammen liegen, so wie hier die Zypressen dicht zusammen stehen und dort der dritte Fische etwas abgerückt und kleiner, so wie hier die dritte Zypresse etwas versetzt weiter nach rechts und ebenfalls kleiner.
Als autobiografische Zugabe, die sich auf eine Familiensituation des Malers bezieht, sind die Dreiergruppen wenig tauglich, eher als Symbol der Trinität oder als Variation der heiligen Zahl Drei. Das Rosenbett vor der Villa reicht bis hart an die Bildvorderkante und könnte fast als Trompe l’oeil angelegt sein, wenn der schwarze Rahmen nicht eindeutig das Bild begrenzen würde. Jede Rosenblüte ist individuell und anders gemalt. Die Richtungen variieren stark, so dass die Begeisterung des Malers in diesen schwer zu malenden Details für sein Motiv deutlich wird.
Tiefe Begeisterung für die Originale in der Natur setzen sich in dieser Hommage an die Renaissance in Italien fort.