Lieselotte Benedikt verstorben

31 Mai, 2017 | Allgemein

Nach längerer schwerer Krankheit ist die Witwe und Gattin des Künstlers Herbert Benedikt, Frau Lieselotte Benedikt am 15.5.2017 verstorben. Ihr Wunsch war das Werk ihres Mannes auch weiterhin der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Daher wird das Projekt Werkverzeichnis Herbert Benedikt auf dem jetzigen Stand aufrecht erhalten. Wenn noch weitere unbekannte Werke hier veröffentlicht werden sollen sind wir über Informationen und Abbildungen dankbar.
In Erinnerung an ein tolle Frau, eine engagierte Gattin und Kunstfreundin und an einen feinfühligen, kultivierten und humorvollen Menschen. Danke Lieselotte Benedikt.

Lieselotte Benedikt, geborene Westermann,
geboren am 24.10.1928 in Neubeckum, gestorben am 15. Mai 2017 in Vorhelm.

1959 lernte Lieselotte Westermann ihre zukünftigen Mann Herbert Benedikt in Wien kennen. Nach der Eheschließung 1960 übersiedelte das Paar nach Wien. Später zog man nach Westfalen in die Heimat von Liesebotte, um der wirtschaftlichen Bedrängung in Wien zu entgehen. Lieselotte arbeitet in einer guten Position im öffentlichen Gesundheitswesen und ihr Mann Herbert konnte einige lukrative öffentliche Kunstaufträge für sich gewinnen. Bis zu seinem Tod am 23. Juli 1987 lebte das Paar in Neubeckum. Lieselotte Benedikt kümmerte sich um den künstlerischen Nachlass ihres Mannes u.a. durch die Herausgabe eines Buches über ihre gemeinsame Zeit und förderte die Entstehung eines Werkverzeichnisses mit allen gesammelten Informationen und Hinweisen zu den Arbeiten.

Die größte Sammlung neben einigen privaten Sammlern von Herbert Benedikt befindet sich im Museum Abtei Liesborn. Darüber hinaus sind Arbeiten Benedikts auch im Stadtmuseum Beckum (?), Landesmuseum Münster (?) und der Burg Bernstein, Österreich vorhanden. (Hinweise mit ? sind nicht gesichert, nur mündlich überliefert)

Benedikt-Werke in Auktion in Hamburg

25 Februar, 2017 | Malerei

In der Herbstauktion 2016 des Auktionshauses City-Nord im Hause der Dr. Greve GmbH wurden zwei unbekannte Werke des Künstlers Herbert Benedikt aus einem Nachlass versteigert. Am 8 und 9. Dezember 2016 in der Auktion 3030 wurden diese beiden Arbeiten angeboten.

Ein Los unter der Nummer 1452, ein mittelformatiges Gemälde mit vier Figuren auf Hartfaser gemalt von 1971 ist im Nachverkauf noch zu bekommen. Weitere Informationen hier

 

Phantastischer Realismus von Herbert Benedikt in Wiedenbrück ausgestellt

20 Januar, 2015 | Allgemein

Die Kunstausstellung mit 24 Werken des Künstlers Herbert Benedikt im Museum Wiedenbrücker Schule zeigt einen Querschnitt durch das Oeuvre des aus Wien gebürtigen Malers.

Bildquelle: Plakat der Ausstellung in Wiedenbrück

In der Ausstellung werden vier Themen des Künstlers herausgestellt. Es werden Selbstportraits, Landschaften, Stillleben und Bildzitate gezeigt. Darüber hinaus werden zwei Skizzenbücher und weiterführende Literatur zu Herbert Benedikt vorgestellt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Vertreibung aus dem Paradies – Kunstausstellung mit Werken von Herbert Benedikt

10 Januar, 2015 | Ausstellungen

Die Kooperationsausstellung „Vertreibung aus dem Paradies- Surreale Kunst aus dem Museum Abtei Liesborn am Beispiel des Malers Herbert Benedikt“ ist das erste Projekt zwischen dem Museum Abtei Liesborn und dem Museum Wiedenbrücker Schule. Vom 25.1. bis zum 22.2.2015 werden 24 Werke des verstorbenen Malers aus dem Bestand des Museums und des Kunstvereins Beckum-Warendorf e.V. in Wiedenbrück gezeigt.

Für vier Wochen zeitgleich, werden im Museum Wiedenbrücker Schule malerische Arbeiten der Kunstrichtung des phantastischen Realismus der Wiener Schule zu sehen sein. Das Museum Abtei Liesborn hat während der parallelen Laufzeit und noch darüber hinaus die Ausstellung „Mit Happy End im Paradies – Salvador Dalis Illustrationen der Göttlichen Komödie von Dante“ zu Gast. Beide Themenwelten sind artverwandt und entstammen aus der Wurzel der surrealen Kunst. Damit beleuchten beide Häuser die gleichen Quellen und beide Ausstellungen ermöglichen es tief und anschaulich in diese Kunstrichtung einzutauchen.

Die monografische Ausstellung von Herbert Benedikt in Rheda-Wiedenbrück findet zu einer Zeit statt, in der diese Kunstrichtung wieder eine vermehrte Öffentlichkeit erfährt. Die Arbeiten Salvador Dalis in Liesborn gehören zu den bekanntesten Illustrationen Dalis und das Thema die Göttliche Komödie Dantes hat schon immer Künstler inspiriert und markiert dadurch eine Grundlage der phantastischen und surrealen Kunst im 20. Jahrhundert.

So entsteht durch beide Ausstellungen eine starke Achse die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll.


 

 

 

Ich bin Es – Ölgemälde von Herbert Benedikt 1968

19 Oktober, 2014 | Malerei

Das Öl auf Hartfaserplatte gemalte Werk, „ich bin es“ von Herbert Benedikt ist eines seiner seltenen größeren Formate. Mit einem Maß von 76 x 66 cm ist es deutlich größer als seine üblichen Formate. In der Arbeit werden in seiner typischen surrealen Handschrift Gegenstände aus seinem persönlichen Umfeld arrangiert.

Bei Benedikt werden in den Stillleben Dinge seines täglichen Familienlebens und Motive die während der häufigen Reisen von Benedikt und seiner Frau liebgewonnen wurden verarbeitet. Italien mit den Antiken, Venedig, das romanische Erbe Frankreichs. So erhalten seine Arbeiten mehrere Symbolebenen, die sich Schicht um Schicht entschlüsseln lassen.

Darüber hinaus entwickelt Benedikt immer wieder Symbole die in verschiedenen Arbeiten in Zeitdekaden von ihm verwendet werden. Der Vogelkopf mit kleinen prächtigen Federn, einem durchdringenden Blick, mal alleine mal als Paar, lässt sich finden, der vielleicht auch als Alter Ego des Künstlers gelesen werden kann, wenn er keine menschliche Figur mit (selbst-) portraitartigen Zügen verwenden will.

Die Zinndose als Objekt, dass eine unklare Spiegelfläche und Ornamentierungen bietet war ein Geschenk der Eheleute für einander. Mit der Dose kann, der Maler sich immer durch die Spiegelung mit ins Bild holen. Es ist der Kosmos des liebenden Ehepaares. Schalen, Weingläser, Schmuck aus dem gemeinsamen Hausstand symbolisieren die verschiedenen Ebenen in der Beziehung der Eheleute. Als symbolische Ebene für eine vergangene glorreiche Zeit werden die Cäsaren- oder Renaissancebüsten vom Künstler in die Bilder eingebracht.
Die Stillleben werden auf einem Postament aus Stein gesetzt. Oder sie werden kunstvoll auf Tischplatten arrangiert. Dieses scheinbar Bühnenartige in der Platzierung im Bildfindet sich gattungsübergreifend auch bei den Landschaften oder sogar bei den Selbstportraits. Der Betrachter wird oft durch Blickkontakt eindringlich „gemustert“ und fixiert, aber er ist nie durch die Öffnung des Bildraumes Teil der Arbeiten. Er bleibt immer nur Betrachter und außen vor dem Bild, im Zuschauerraum gefangen. Das Drama der Handlung ist mal mehr mal weniger klar erkennbar, aber immer jenseits einer Einflußmöglichkeit von außen.

Das sich auch das Stillleben als symbolartiges Selbstportrait eignet, zeigt das Bild „Ich bin es“. In diesem Bild hat Benedikt Dinge seine Alltags (Zinndose, Glas, Uhr) mit der halben Uhr, ein Symbol für die verrinnende Lebenszeit und einer amorphen gelben Form1 zusammen gebracht. Ein kleines gemaltes Schriftband beschreibt den Zusammenhang oder verschleiert ihn auch „Ich bin Es“. Der Betrachter soll sich dem gestellten Rätsel stellen.

Katalogtext 2015, Stillleben

Kunstvortrag zur Surrealen Kunst in der Galerie Hoffmann

24 Januar, 2014 | Allgemein

Keine Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts hat so starken Anteil an der Hebung von Träumen und verstörenden Elementen wie die surrealistische Kunst. Zum 25ten Todestag von Salvador Dali (1904-1989), der sich dieses Jahr am 23. Januar jährte, wird der Vortrag der Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann dem Wesen der surrealistischen Kunst bis heute nachgehen.

An den „Urvätern“ Dali und Magritte geht die Kunsthistorikerin den Spuren bis nach Westfalen z. B. zum Werk Herbert Benedikts nach und zeigt an ausgewählten Originalen dessen Motivkosmos und den phantastischen Realismus der Wiener Schule.

Ebenfalls werden Werke des bei Aachen lebenden Künstlers und Dozenten Manfred Schieber der in der Tradition der belgischen Surrealisten steht vorgestellt.

Herbert Benedikt – Zeichnung aus der Reihe Künstler sehen Westfalen – Zementwerk in Beckum von 1979

1 Juli, 2013 | Grafik

Herbert Benedikt war von seiner heimatlichen Umgebung Wien genau so beeindruckt wie von seiner Wahlheimat Westfalen, genauer Neubeckum. Von seinem Wohnzimmerfenster im 8 Stock eines Mehrfamilienhauses, das er gleich nach der Fertigstellung des imposanten und fast einzigartigen Hochhauses in Neubeckum mit seiner Frau Lieselotte bezog, fertigt er im Jahr 1978 eine Zeichnung des benachbarten Zementwerkes an.

herbertzementwerk

 

Diese Zeichung wurde in der Reihe Künstler sehen Westfalen 1979 veröffentlich. Hier abgebildet ist ein Repro-Druck der Originalzeichnung von 1979 das von den Eigentümern auf weißen Karton montiert wurde. Die Größe des Blattes ist heute 21 x 29,7 cm, dass Druckblatt ist insgesamt mit 22,6 x 16,5 cm kleiner.

Gerhard Harbata: Lexikon der phantastischen Künstler in 2. Auflage erschienen

2 März, 2013 | Literatur

Der österreichische Wissenschaftler und Freund der phantastischen Kunst Prof. Gerhard Habarta hat eine Neuauflage seines Lexikon der phantastischen Künstler im Frühjahr 2013 im Phantastenmuseum Wien vorgestellt.

Das Kunstlexikon der phantastischen Künstler hat in seiner zweiten überarbeiteten Fassung einen beeindruckenden Umfang angenommen. In der Neuauflage sind 20% mehr Künstler – insgesamt 1.330 – als in der 1.Edition vertreten.

Das Lexikon hat zu jedem Buchstaben eine üppige Farbbilderseite bzw. mehrere Seiten auf denen je ein Werk des aufgeführten Künstlers zu sehen ist. Das Bild wiederholt sich dann in schwarz-weiß direkt am Eintrag des jeweiligen Künstlers, so dass der direkte Zusammenhang in der Formensprache sichtbar wird.

Herbert Benedikt wird auf Seite 60 mit einem Lexikoneintrag gewürdigt und zeigt die Arbeit „Traum des Poeten“ von 1982. Die Arbeit entstand bei einem Wienbesuch des Künstlers gemeinsam mit seiner Frau Lieselotte, als er überrascht die Freilegung des bis zu diesem Zeitpunkt verrohrten Wien-Flusses wahrnahm. Die offenlegen freute den Künstler, allerdings störte ihn die Einfassung in Stein und Stufen zum Wasser hin. Eine naturnahe Renaturierung hätte Herbert Benedikt damals besser gefunden. Daher malte er sich in der Arbeit „Traum des Poeten“ am offengelegten Ufer des Wienflusses und liess die weiteren Motive seiner damaligen Schaffenszeit als traummotive in übersteigerter Größe ebenfalls als Bild entstehen. Die belgischen Häuser, die ihn bei einem Besuch in der Heimat Rene Margrittes begeisterten, der große Granatapfel und die Schirmpinie, die immer wieder in seinen Bildern als Sehnsuchtsorte und als Metapher für seine geliebte Frau Lieselotte und seine Sehnsucht nach Italien in seinen Bildern vorkommen.

Herbert Benedikt: Traum des Poeten, Öl auf Holz, 1982, Privatbesitz, WVZ 18-3

Abbildung Ausschnitt einer der Bildlexikonseiten „B“ mit dem Bild Traum des Poeten von Herbert Benedikt:

 

Das Lexikon kann bei www.fantart.at bestellt werden.

Das englische Fräulein – Ölgemälde von Herbert Benedikt 1981

14 Januar, 2013 | Malerei

Herbert Benedikt malte das Gemälde „Das englische Fräulein“, Öl /Kasein auf Holz, 24 x 30 cm, 1981, WVZ-0091, das sich heute im Privatbesitz befindet, nach einer Italienreise zu den Palladiovillen in der Toskana, gemeinsam mit seiner Frau.

WVZ-0091 Englisches Fräulein, Herbert Benedikt 1981

Das Bild ist am unteren linken Rand signiert und gerahmt. Das Motiv des Bildes ist eine, in klassisch akademischer Manier in die Mitte gerückte Brunnenarchitektur, die der Künstler während seiner Reise so oder so ähnlich skizziert hat. Eine Statue in einer muschelartigen Abside, vermutlich  eine sitzende Wassergottheit, bildet die Mitte. Die Architektur, die leicht abgetreppt zur Seite niedriger wird, ist durch Schäden am Putz, als in die Jahre gekommen gekennzeichnet. Zwei Bäume flankieren im Mittelgrund den halben Bildausschnitt und scheinen wie Wächter vor der Architektur rechts und links von einem Wasser, das von der Architektur zu kommen scheint zu stehen.

Im Vordergrund rechts ist eine sitzende Frau mit rotem Regenschirm vor einer Staffelei gezeigt. Das Bild auf der Staffelei, zeigt die Situation im Hintergrund, so dass die Frau augenscheinlich sich zum Malen der Situation der Brunnenarchitektur niedergelassen hat. Sie selber ist im Profil, das sich nach links zum Betrachter öffnet gezeigt. Ihre Kleidung mit Hut und Schirm verortet sie in die Zeit des beginnenden 20ten Jahrhunderts. Benedikt spielt dabei auf die überlieferten Reiseberichte wohlhabender englischer Fräuleins an, die wagemutig oft im eigenen Auto Europa und den Orient bereisten. Diese Touristinnen sind bereits im 19. Jahrhundert greifbar und sind u.a. auch am Rhein in Burgen unterwegs gewesen und auch machmal bei diesen Touren tödlich verunglückt.

Benedikt nimmt die Situation in ihrer malerischen, aber durch seine Biografie auch greifbaren Hochachtung vor der Renaissance auf dessen Spuren er reist, ebenso wie sein Fräuleinmotiv auf. Seine Erlebnisse vor Ort, die häufig mit dem Tourismus der Neuzeit identisch sind, stoßen ihn ab, so dass er selber mit dem Versetzen in eine andere Zeit, die nicht seine eigene ist, sein eigenes Touristentum mit dem Nutzen der malerischen Reize kommentiert. Durch die große Qualität der Naturschönheit und der Architektur die ihn fasziniert ist er zu dem Bild angeregt, aber die erlebten Touristen, die auch als Hobbymaler dort anzutreffen sind, versucht er Distanz durch die Frauengestalt zu schaffen. Diese zeigt ebenfalls Achtung vor dem Motiv, allerdings ist sie Teil der neuen Zeit, die diese Größe nur noch pitoresk würdigt und nicht mehr als bahnbrechende Architekturleistung. Die Baufälligkeit der Architektur die der Künstler gestaltet, ist ebenfalls ein Kommentar, der Schutzlosigkeit und der Vergänglichkeit der einstigen Größe, die sich das „gemalt und begafft werden“ in der Blütezeit ihrer Entstehung verbeten hätte, aufnimmt. Achtung, Kommentar, Ironie und Selbstreflexion fliessen so in das Bild hinein.

Blauer Tag voll schwarzer Vögel – Ölgemälde von Herbert Benedikt

6 April, 2011 | Allgemein

Das Ölgemälde „Blauer Tag voll schwarzer Vögel“, 1969, 30×27 cm, Öl auf Holz. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es ist kürzlich über einen Erbfall auf dem Markt gekommen und befindet sich jetzt wieder in Privatbesitz.

Herbert Benedikt Blauer Tag voll schwarzer Vögel, Öl auf Holz, 1969

Herbert Benedikt entwickelt das Bild um eine aufrechtstehende Frauengestalt, die nur mit einem eleganten, in roten Falten gelegten Rock, den ihre linke Hand auf dem Unterbauch ruhend fixiert, bekleidet. Der Oberkörper ist schlank und nackt und der Kopf auf langem Hals wurde durch eine gelbe Blüte mit aufwendigen Blütenfortsetzen und einer blauen Perle in der Mitte ersetzt.

Die Figur, die ihre rechte Hand über den nackten Bauch gelegt hat, steht in Mitten eines Kraters, der hinter ihr im Boden zusätzlich geöffnet und aufgebrochen erscheint. Im Krater hinter der Figur, die den Rand des rückwärtigen Kraterrandes um längen überragt, ohne das man über den Rand hinwegsehen könnte, finden sich zu beiden Seiten je drei weiß-rot gestrichene Stangen, wie sie oft in Venedigbildern Benedikts als Ankerplatz von Gondeln Verwendung finden. Der saftig grüne Boden ist mit niedrigem Buschwerk, wie hereingetupft gemalt, besetzt.

Die Situation ist angelehnt an Benedikts Begeisterung über die Form und Struktur der Steinbrüche im heimischen Neubeckum. Daher kann der Kraterrand auch als Benker bezeichnet werden. Am Benker sind im Hintergrund je zwei Baumgruppen zu erkennen. Auf der rechten Seite drei dünne, junge Bäumchen und auf der linken Seite vier jünge Bäumchen. Benedikt spielt mit den Baumgruppen auf die heilige und die weltliche Zahl 3 und 4 an. Der Dreiklang von gleichen Motiven findet sich in vielen Bildern Benedikts, z.B. Venedig Nr.3 Die Frauengestalt steht wie in der Mitte eines Amphitheaters, ohne das weitere menschliche Wesen zu erkennen sind.

Im bewegten Himmel, der als Hintergrund 2/3 des Bildes in einer geschwungenen Form des Steinbruches einnimmt, sieht man getupfte Wolkenformationen, wie sie viel in der Fläche Westfalens zu beobachten sind. In vier Formationen je zwei auf jeder Seite sind schwarze kleine Vögel zu erkennen. Die Vögel sind weder bedrohlich noch sehr genau zu erkennen, so dass der blaue Himmel und die Vogelschwärme die dem Bild den Titel geben, in einem starken Kontrast zu der beherrschenden Blütenkopffrau im Zentrum stehen.

Eine ähnliche Komposition, hier allerdings mit einer Satellitenschüssel als Kopf schuf Benedikt in den Jahren 1959 bis 1962 als Radierung. Hier ist der Körper der Frau aber weniger ästhetisch mehr asketisch ausgezehrt und die Arme sind überlängt und eher hektisch vor dem Körper gehalten.
Biografisch ist Benedikt in dieser Zeit Zeichenlehrer an der Fachhochschule für Innenarchitektur in Beckum und Detmold. Eine für ihn glückliche Zeit, da ihm das Unterrichten junger Studenten viel Freude bereitete.
Im Vergleich zu der colorierten Zeichnung fällt auf, dass das Bild eher einen ruhigeren Charakter und einen weniger bedrohlichen zeigt. Die hektische Übersiedlungsphase scheint abgeschlossen und ein gutes Auskommen durch Aufträge und durch die Anstellung als Zeichenlehrer bestätigte die Richtigkeit des Wohnortwechsels nach Westfalen.
Der Titel des Ölgemäldes lässt auf eine negative Nuannce durch die dunklen Vögel, die den blauen Tag beherrschen deuten. Im Bild ist diese Stimmung nicht zu spüren. Vögel als Sinnbild von Seelen Verstorbener, die die Blütenkopffrau an einem blauen hellen Tag umgeben und vielleicht sogar Schutz in der etwas unwirklichen Steinbruch bieten könnte den Maler ebenfalls zu der Betitelung seines Werkes geführt haben.