Mosaik Heiliger Florian an der Feuerwache in Neubeckum

11 August, 2009 | Kunst am Bau

Herbert Benedikt hat während seines Kunststudiums in Wien bei der Kunstkeramikwerkstatt Höllerer gearbeitet und so Kenntnisse in der Verarbeitung von Mosaik gesammelt. Dieses Knowhow führte dazu, dass Benedikt in den 60 und 70er Jahren mehrere Aufträge für Mosaikdarstellungen an öffentlichen Gebäuden erhielt.

Hl. Florian, ca 1968-69, Feuerwehrhaus Neubeckum

Hl. Florian, ca 1968-69, Feuerwehrhaus Neubeckum

Der Heilige Florian an der Feuerwache in Neubeckum ist aus mehrfarbigen Mosaiksteinen gefertigt. Die Figur des Heiligen ist überlebensgroß und in Kleidung und Kopfbedeckung einem römischen Legionär nachempfunden. Damit steht Herbert Benedikts Darstellung in der ikonografischen Tradition, die Florian als römischen Legionär z.T. mit Fahne, Wasserkübel, manchmal mit Mühlstein am Hals zeigt.

In Neubeckum steht der Heilige inmitten eines Häuserkreises. Die Häuser sind miniaturartig angelegt und reichen nur bis zu seinen Stiefeln. So wird seine überlebensgroße aber auch unfassbare Erscheinung unterstrichen.

Der Idee, dass ein Hausbrand oft „von Geisterhand“ „aus dem Nichts“ entsteht, hat Herbert Benedikt hier Rechnung getragen.

Die drei Häuser umgeben kreisförmig angeordnet den Fussbereich des Heiligen. Ein viertes Haus steht vor dem Heiligen, quasi zwischen dessen Beinen. Aus dem Dach und den Fenstern lodern züngelnde Flammen. Der Heilige steht hinter dem Haus und beschützt durch seine Position die dahinterliegen Häuser gleich mit. Der Brand des Hauses wird durch den Heiligen gelöscht, in dem der „Riese“, einen im Vergleich zu den umgebenden Häusern, riesigen Wassereimer, den er in Händen hält über dem Haus ausschüttet.

Benedikt hat genau den Moment des Schüttens dargestellt, in dem der Brand aus dem Haus noch auflodert und noch nicht gelöscht ist, wie es in der Handlung weiter angedeutet ist.

Der Eimer den der Riese in den Händen hält, ist einem Saunaaufgussbottich nicht unähnlich und unterstreicht durch seine einhenkelige Art die archaische Figur des Heiligen Florian und gehört in die ikonografische Tradition.

Die Arbeit ist 3 Meter hoch und an der breitesten Stelle 1,20 Meter breit und wurde durch die Initialen H B unter dem rechten Fuss des Heiligen von Herbert Benedikt signiert.

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Kommentare

Pingback von Lehrschwimmbecken Stromberg mit Mosaik von Herbert Benedikt | Werkverzeichnis Herbert Benedikt
Time Sa 15. August 2009 at 13:27

[…] den Künstler in der freien Gestaltung mehr einengten, als das bei den Mosaikarbeiten z.B. dem Heiligen Florian in Neubeckum der Fall gewesen war. Wandgestaltung als Kachelmosaik, ca 1970 von Herbert […]

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