Treppenhausfenster in der Roncallischule Neubeckum

12 August, 2009 | Kunst am Bau

Herbert Benedikt hat die ehemalige Kettelerschule heute Roncallischule in Neubeckum auch mit einem Glasfenster im Treppenhaus ausgestattet.

Das sechs Meter hohe und ca. 4 Meter breite Fenster ist in Bleiglastechnik mit verschiedenfarbigen Glasscheiben von Benedikt entworfen worden.

Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster außen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster außen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster innen
Roncallischule Neubeckum, Benediktfenster innen

Das 21teilige Fenster ist als abstrakte Farbschichtung mit einzelnen flächigen Bezügen bis heute an seiner ursprünglichen Stelle erhalten.

Zwei Segmente im oberen Bereich des Fensters lassen sich nach innen öffnen.
Den Farbzauber und das scheinbare Wogen der Glasflächen wird bei dem Blick von Innen nach Außen, vom Dunklen ins Helle deutlich.
Dabei werden auch die vom Künstler geplanten längeren Abschnitte von hellem Glas deutlich, die wie Hinweise oder breite Linien immer nach oben deuten. Dadurch bekommt der Aufstieg im Treppenhaus auch einen Hinweis als Aufstieg ins Licht. Ähnlich wie die Kinder in der Schule durch Bildung immer mehr Erkenntnisse sammeln können.
Die unregelmässige Farbigkeit und die Formenvielfalt lassen ebenfalls die Assoziation zu, dass jedes Stück einzeln und eigen ist und doch zusammen etwas großes schafft und Teil des Ganzen ist. Und wenn einer mit seiner Form fehlt, ist die gesamte Arbeit lückenhaft, läuft Gefahr zerstört zu werden.
Das Fenster wird so zu einem unausgesprochenen Plädoyer für die Einzigartigkeit jedes in der Schule beschulten Kindes und jedes Pädagogen. Das Fenster entstand in der Erbauungszeit des Schulgebäudes und ist nicht signiert.
Der Entwurf des Fensters von 1963 ist in dem Buch Lieselotte Benedikt: Mein Leben mit dem Maler Herbert Benedikt, Neubeckum 2003 auf S. 53 abgebildet.

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