Die grosse Reisende im Traum oder das Ende eines Sommers

11 Juni, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde „Die grosse Reisende im Traum oder das Ende eines Sommers“ entstand 1985, ist 50 x 60 cm groß und wurde in Öl auf Kasein auf Holz ausgeführt. Es befindet sich heute in Privatbesitz. Das Bild ist rechts unten signiert.

Das Bild zeigt vor einer gebirgigen Horizontlinie gegen die sich ein wolkenloser blauer Himmel absetzt eine gelbe Sandwüstenlandschaft. Das Bild ist durch die beiden Ebenen ungefähr genau horizontal halbiert. Auf der gelben Wüstenebene sieht man im Mittelgrund eine Reiterin in Damensitz nach links auf einem braunen Reitpferd galoppieren. In Haltung und Kleidung scheint es eine Figur aus dem 19. Jahrhundert zu sein.

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Die grosse Reisende, WVZ 0018-4, Privatbesitz

Der gebürtige Wiener Herbert Benedikt hat hier in der Figur der Reiterin, eines der bekannten Reiterportraits der österreichischen Kaiserin Elisabeth genannt Sissi, zitiert.

In der anderen Hälfte des Bildes steht ein rot bezogener Lehnstuhl, der vom Betrachter weggewendet etwas seitlich vor einer Kaminumrahmung steht, die einen Ausblick auf das dahinterliegende Wüstenfeld und das Gebirge ermöglicht. Mittig in der Kaminumrahmung ist ein loderndes Feuer gemalt, das vor und hinter dem Kaminsturz stark qualmende Rauchwolken nach links in Richtung Reiterin abgibt.

Der Maler hat sich mit dem leeren Lehnstuhl selbst unsichtbar ins Bild geholt. Er scheint alleine vor einer unsinnigen Feuerstelle zu sitzen und über sich und die Welt nachzudenken. Er scheint sich wie die immer auf der Flucht gewesene Kaiserin von Österreich einsam und verlassen zu fühlen und das Feuer ist nicht wärmend sondern gibt nur ungesunden Qualm ab. Auch braucht man das Feuer in der Wüste nicht zum Wärmen, zumindest tagsüber nicht und zum Kochen ist die Situation nicht zu gebrauchen.

Obwohl das Bild in klaren hellen Farben gemalt ist, sind die beiden miteinander verbundenen Handlungsstränge nicht heiter sondern eher melancholisch und durch die Titelwahl scheint auch vom Maler eine nachdenkliche Stimmung, die über Einsamkeit, zur falschen Zeit am falschen Ort oder an das Ende einer freudigen Epochen anknüpfen will, gedacht zu sein.

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