Stillleben mit Zinndose

11 Juni, 2009 | Ausstellungen, Malerei

Das Ölgemälde “Stillleben mit Zinndose” von Herbert Benedikt hat die Masse von 50 x 40 cm, stammt aus dem Jahr 1968 und befindet sich in Privatbesitz.

Die vier locker angeordneten Gegenstände stehen scheinbar nur zufällig auf einem unbestimmten, roten Untergrund, der sich im unteren Drittel gegen einen dunklen Hintergrund abhebt.

Von links nach rechts gesehen, liegt ein Fragment eines versteinerten Farns der leicht trapezförmig geformt ist, vor einer grossen, rechteckigen Zinndose, die auf der leicht gedrehten Schauseite ein Halbprofil zeigt und im oberen Abschluss angerundet Rauch ausstösst. Davor steht ein Labormessröhrchen und schneidet die Seite der Zinndose. Als letzter Gegenstand liegt eine angeschnittene, 1/6 offene Frucht zum Betrachter gewendet.

Herbert Benedikt: Stillleben mit Zinndose

Aus der Biografie “Mein Leben mit dem Maler Herbert Benedikt” von Liselotte Benedikt verfasst und herausgegeben, kann man lesen, dass der Maler oft Dinge des alltäglichen Lebens als Motive für seine Bildkompositionen entlehnte. Auch hier sind neben der offensichtlichen Anordnung und Komposition biografische Elemente eingeflossen, die das Bild seiner Frau, facettengleich aufgeschlüsselt in vier wesentliche Elemente teilt.

Der Farn als Metapher für Verwurzelung und Stärke über die Zeit hinaus, die Zinndose, die ein Geschenk seiner Frau an ihn darstellt, ist mit ihrem Profil geschmückt und lässt “den Schornstein rauchen”, als Metapher der Berufstätigkeit. Das Laborröhrchen als Hinweis auf die konkrete Beschäftigung seiner Frau als MTA und Laborleiterin und die offene Frucht als Metapher der sexuellen Komponente der Beziehung, die dann auch als Maler und Modell gedeutet werden kann.

Das Bild wurde in der letzten großen Ausstellung im Jahre 2007 im Museum Abtei Liesborn gezeigt.

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