Venedig Nr. 3 Ölgemälde von Herbert Benedikt von 1983

15 August, 2009 | Malerei

Das Ölgemälde Venedig Nr. 3, wurde 1983 gemalt. Es ist 23×28 cm groß und in Öl auf Leinwand gemalt. Die Signatur des Künstlers befindet sich rechts unten im Bild. Es befindet sich in Privatbesitz.

Venedig immer wieder Venedig, könnte man bei dem malerischen Werk von Herbert Benedikt anmerken. Ihn und seine Frau zog es zeitlebens immer wieder in die Lagunenstadt. Daher entstanden vielfältige Motive die venezianische Paläste, Plätze und Kirchen zeigen. Das kleinformatige Bild öffnet den Blick auf einen Palazzovorplatz, der in einer Art Schachbrettmuster perspektivisch ausgeführt ist. Für den Betrachter ist der linke Rand des Bildes mit der Fassade des Palazzos abgeschlossen. Genauso wie das Muster des gemalten Bodens ist die Facade des Renaissancegebäudes perspektivisch angelegt.

Venedig Nr. 3 Herbert Benedikt von 1983 WVZ 0003-1

Venedig Nr. 3 Herbert Benedikt von 1983 WVZ 0003-1

Auf dem Platz liegen drei unproportional groß gemalte Räucherfische. Die Fische liegen mit dem Kopf nach links gerichtet und schauen scheinbar den Betrachter an. Einer der drei ist etwas kleiner in den Hintergrund gerückt und liegt mit dem Kopf auf Höhe des Palazzoeingangs. Die beiden anderen größeren Fische liegen etwas weiter im Vordergrund dicht aneinander gelehnt.

Das Bild ist fast mittig quer geteilt, so dass der Palazzo links mit seinem Vorplatz vorne ab der Mitte des Bildes in eine unbewegte hellblaue Wasserfläche überführt. Das Wasser wird genau mittig in der Horizontlinie von der Silhouette der venezianischen Insel La Giudecca mit der Kirche Il Redentore abgeschlossen. Die langgestreckte Insel erscheint in Benedikts Gemälde etwas verkürzt und lässt so an den Seiten noch Platz für eine über die Insel hinausweisende Wasser und Horizontlinie.

Den Abschluss des Bildes schafft im oberen Teil ein mit hellen langestreckten Wolken bestückter Himmelsausschnitt. Die beherrschenden Farben des Bildes sind Blautöne, die sich überall in dem Bild wiederfinden. Sie kontrastieren mit dem leichten Rot der Ziegeldächer der Insel und des Campanile sowie dem goldfarbenen Ton der geräucherten Fische.

Eine Zwischenebene hat der Maler durch einen einzelnen weiss-blau gemalten Vogelflügel eingezogen, der hinter der Eckkante des Palazzos ansetzt und sich quer in das Bild leicht vor den Campanile von Il Redentore scheibt, ohne ihn ganz zu verdecken. Als Schwingen der Sehnsucht zu dem geliebten Ort, der am schönsten in seiner Würde und seinem Alter ohne Menschen den Künstler fasziniert hat, kann dieses malerische Element gedeutet werden.

Das Element des Windes und der Luft kontrastiert stark mit den goldenen Fischleibern. Eigentlich sind sie in der Lagunenstadt zu Hause. Haben aber durch ihren Tod und der Bereitung ihrer Körper zu Lebensmitteln den Zusammenhang zum Wasser verloren. Sie liegen wie sonst Touristen stehend auf der Piazza und scheinen die Faszination der Umgebung durch ihre toten Augen nicht wahrnehmen zu können. Der kleine Fisch scheint sich von der Gruppe zu lösen und sich hin zum Palazzo bewegen zu wollen. Auch hier der falsche Lebensraum des Wesens.

Am Sehnsuchtsort falsch oder deplatziert zu sein, weil das Leben zu Veränderungen geführt hat, schwingt in den Motiven Herbert Benedikts in dem Gemälde Venedig No. 3 mit. Nur die Insel Giudecca ist fern und erhaben und lässt sich nicht durch die falschen oder falsch behandelten Bewohner oder Gäste stören.

Eine ähnliche Motivstellung und Gruppierung hat Benedikt noch mal im Bild „Zukunft – sie ist schon vorbei II“ von 1987 angelegt, das sich im Besitz der Museum Abtei Liesborn befindet.

 

Kommentare

Pingback von Blauer Tag voll schwarzer Vögel – Ölgemälde von Herbert Benedikt | Werkverzeichnis Herbert Benedikt
Time Mi 6. April 2011 at 20:12

[…] Zahl 3 und 4 an. Der Dreiklang von gleichen Motiven findet sich in vielen Bildern Benedikts, z.B. Venedig Nr.3 Die Frauengestalt steht wie in der Mitte eines Amphitheaters, ohne das weitere menschliche Wesen zu […]

Schreiben Sie einen Kommentar