Vita Herbert Benedikt

Herbert Benedikt (* 22. September 1925 in Wien, + 23. Juli 1987 in Neu-Beckum, Westfalen) war ein österreichischer Maler, Grafiker, Mosaizist.(Titelzeile aus Wikipedia)

Herbert Benedikt wird am 22. September 1925 in Wien als Sohn der Schneiderin Maria Kandler-Benedikt und eines bulgarischen Ingenieur-Studenten geboren. Der Vater verlässt Mutter und Sohn, als sich der Sohn noch im Kleinkindesalter befindet. Herbert wächst im Haus seiner Großeltern in Wien-Währing auf. Sein Großvater war selbständiger Schuhmachermeister, die Großmutter eine böhmische Köchin. Im Schrebergarten seiner Großeltern lernte er den Maler Emil Witasek und dessen Arbeit kennen. Diese Bekanntschaft beeinflusste seine spätere Berufswahl. Der Wunsch Maler zu werden entstand so bei Herbert Benedikt.

Als Herbert neun Jahre ist verlässt auch die Mutter den Jungen. Sie geht nach Italien um dort als Hausdame eines italienischen Industriellen zu arbeiten. Der kleine Herbert sieht seine Mutter nur noch in den Schulferien, die er bei ihr in Mailand und Umgebung verbringt. Durch diese Aufenthalte erwächst in dem Kind eine große Liebe zu Italien.

Seine Schulausbildung absolvierte er zuerst an einem Realgymnasium und danach von 1939 bis 1941 an der Handelsakademie in Wien. Auf Wunsch der Großeltern wird er Volontär bei der Creditanstalt Bankverein in Wien und besucht die Bankfachschule, bevor er 1943 zum Reichsarbeitsdienst und 1944 in die Wehrmacht eingezogen wird. Während des zweiten Weltkrieges gerät er in russische Kriegsgefangenschaft und wird vier Jahre in einem Wiesenlager in der Nähe der Krim interniert, bevor er 1948 nach Wien zurückkehren kann.

Seine Großmutter pflegt ihn danach mehr als ein Jahr gesund. Noch Jahre später ist seine Gesundheit angegriffen.

Im Nachkriegs-Wien liegt die Wohnung der Großeltern in der amerikanischen Besatzungszone. Daher kann er seine in der Schulzeit erworbenen Englischkenntnisse nutzen und gibt den Ehefrauen der amerikanischen Offiziere privat bezahlten Malunterricht. Um sein malerisches Können weiter zu entwickeln, nimmt er wieder Kontakt zum Maler Emil Witasek, dem väterlichen Malerfreund seiner Kindheit auf. Privat arbeitet er, wenn er nicht selber Stunden gibt mit Witasek zusammen. In der Kunstkeramikwerkstatt Höllerer in Wien hat er eine Anstellung gefunden und kann so seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Künstlerischer Werdegang

Von 1950 bis 1952 studiert er Malerei bei Professor Wimmer-Wisgrill an der Hochschule für Angewandte Kunst und bei Professor Albert Paris Gütersloh an der Akademie für Bildende Künste. Aus dieser Zeit stammen seine Kontakte zu Ernst Fuchs u.a.

Nach dieser kurzen Studienzeit wird er 1953 Schüler vom Mitstudenten Ernst Fuchs, der ein begnadeter Zeichner ist. Benedikt fühlt das ihm die verlorenen Kriegsjahre nicht nur Lebenszeit genommen, sondern auch seine Ausbildung behindert haben. Er versucht mit unbedingtem Fleiß diese Zeit wieder aufzuholen. Mit dem fünf Jahre jüngeren Fuchs hält er bis in die späten 60er Jahre freundschaftlichen Kontakt. Fuchs führt Benedikt in der gemeinsamen Zeit in die Techniken der grafischen Kunst ein.

1954 kann Benedikt sich seine erste eigenen Wohnung als freischaffender Künstler in Wien leisten.

1955 zeige er seine ersten Bilder in der Sommerakademie “Schule des Sehens” bei Professor Oskar Kokoschka in Salzburg. Er blieb dort ein halbes Jahr und arbeitete als Bühnenbilderassistent bei Professor Schuh an den Salzburger Bühnen.

Zurück in Wien ist er Mitbegründer der Kellerbühne “Kleines Experiment am Lichtenwerd” und beginnt eine intensive Reisetätigkeit in die Mittelmeerländer. Immer wenn es sein finanzieller Spielraum und seine Zeit erlauben ist er auf Reisen.

1959 lernte er die Deutsche Lieselotte Westermann kennen, die als Touristin Wien besuchte. Nach intensivem Werben, wird sie seine Ehefrau. Nach der Eheschließung in Westfalen, siedelt das junge Paar nach Wien. Dort wird der tägliche Kampf ums Überleben für das junge Paar sehr aufreibend. Nach kurzer Zeit in Wien siedeln sie daher in die Heimat von Lieselotte Benedikt über. Die vorteilhafte Anstellung der Ehefrau und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen erlauben ein sorgenfreieres Leben in Neubeckum als in Wien. An seinem neuen Wohnort entstehen erste Zeichnungen und Aquarelle, die von der Formensprache des Surrealisten Giorgio de Chirico beeinflusst sind.

1962 findet die erste Einzelausstellung in Soest statt. Es folgen öffentliche Aufträge für Kunst am Bau Projekte (Jahnstadion Oelde 1964, Bleiglasfenster und Wandgestaltungen in Beckum, Oelde, Stromberg), sowie weitere Ausstellungen. Weitere Ausstellungsorte sind in Wien in der von Ernst Fuchs betriebenen Galerie, im Wilhelm-Böhler-Haus in Bonn, in Galerien in Villingen, Soest und in den Sparkassen von Beckum und Oelde. Darüber hinaus beteiligt er sich an Gruppenausstellungen in Münster, Soest, Dortmund, Berlin, Hannover, Hamm, Steinfurt. Er wird Mitglied des Kunstvereins für den Kreis Beckum, später Beckum-Warendorf.

Von 1968 bis 1971 nimmt er eine Tätigkeit als Zeichenlehrer an der Fachhochschule für Innenarchitektur in Beckum und Detmold an.

Von 1972 bis 1974 studiert er parallel zu seiner Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Lippe im Fachbereich Innenarchitektur/Architektur und schließt diese Studien mit dem Ingenieurdiplom ab.

Von 1975 bis zu seinem Tod 1987 arbeitet er als freischaffender Künstler in Neubeckum. Er verstirbt überraschend am 23. Juli 1987 ebenda.

Text z.T. angelehnt an Lieselotte Benedikt, Mein Leben an der Seite des Malers Herbert Benedikt, Books on Demand, Selbstverlag, 1995

Werkauswahl:

Stillleben mit Zinndose, 1968
Das geheime Leben, 1976
Melancholie, 1977
Moment musical (Homage á Goya, 1978
Im Garten der Venus, 1978
Stillleben I, 1979
Im Glanz des Herbstes, 1981
Die vertrauten Gegenstände, 1980
Die Burg in der Wüste, 1982
Der Traum des Poeten, 1982
Das einzig wahrhafte Portrait des Federigo da Montefeltre, 1983
Am Abend Europas, 1985
Das Ende des Sommers, 1985
Arabisches Stillleben, 1985
Fiorentina, 1968
Das Pferd des Herrschers, 1987
Zukunft – sie ist schon vorbei I, 1987
Zukunft – sie ist schon vorbei II, 1987

Bibliografie

Benedikt, Lieselotte: Mein Leben mit dem Maler Herbert Benedikt, Beckum 1997, Books on Demand
Giesing, Martin: Herbert Benedikt 1925 – 1987, Phantastischer Realismus, Katalog Stadtmuseum Beckum, 1987
Smitmans, Alfred: Katalog Liesborn, Wadersloh 1985
Frey, H.: Künstler sehen Westfalen, Frankfurt a. M. 1979
Ausstellungen

2007: Herbert Benedikt – Phantastischer Realismus, Museum Abtei Liesborn 2007
1997: Herbert Benedikt – 1925-1987, Phantastischer Realismus, Stadtmuseum Beckum 1997
1985: Herbert Benedikt – Museum Abtei Liesborn 1985
1976: Herbert Benedikt – Wilhelm-Böhler-Club, Bonn 1976
1963: Grafik von Herbert Benedikt, Galerie Fuchs, Wien 1963

Literatur

Benedikt, Lieselotte: Mein Leben mit dem Maler Herbert Benedikt, Beckum 1997, Books on Demand
Giesing, Martin: Herbert Benedikt 1925 – 1987, Phantastischer Realismus, Katalog Stadtmuseum Beckum, 1987
Hoffmann, Christiane: Werkverzeichnis Herbert Benedikt, in Arbeit, online unter http://www.kunstagentur-hoffmann.de/art-service/kunstagentur-hoffmann-erstellt-werkverzeichnis-von-herbert-benedikt/

Weblinks
http://www.kunstagentur-hoffmann.de/art-service/kunstagentur-hoffmann-erstellt-werkverzeichnis-von-herbert-benedikt/

Sammlungen

Museum Abtei Liesborn, LWL Landesmuseum Münster, Sammlung der Stadt Wien,

Kommentare

Comment von Barbara Konieczny
Time Fr 23. April 2010 at 11:07

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin in Besitz von zwei großen Federzeichnungen von Herrn Herbert Benedikt. Die eine ist „l’amour passer le temp“ von 1970. Den Maler kannte ich persönlich.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Konieczny

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[…] natürlich ein Muß, auch die Burg Bernstein mit der exquisiten Sammlung von Arbeiten von Herbert Benedikt (1926-1987)und dann noch das Barockschloss Riegersburg gut 120 Kilometer von Wien […]

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